Corona-Ansteckungsrate weiter deutlich rückläufig – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus in Deutschland

NZZ-Redaktion, Berlin und Zürich – Aktualisiert 26.06.2020

Die neusten Entwicklungen

  • Die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus bleibt auf dem niedrigsten Stand seit drei Wochen, trotz Hunderten von neuen Fällen. Laut dem Robert-Koch-Institut ging die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, auf 0,59 zurück. Am Vortag hatte sie bei 0,72 gelegen. Sie bedeutet, dass je 100 Infizierte wahrscheinlich 59 weitere Menschen angesteckt haben. Ziel ist, den Wert unter 1 zu halten. Laut der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagmorgen (26.6.) wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 500 Neuinfektionen registriert, verglichen mit 391 am Vortag.
  • Das Rettungspaket für die Lufthansa ist startklar. Nachdem der entscheidende Grossaktionär am Mittwoch vor der Hauptversammlung überraschend seine Zustimmung zum Staatseinstieg signalisiert hatte, hiessen die Aktionäre das Vorhaben am Donnerstag (25. 6.) mit über 98 Prozent gut. Zum Bericht
  • Nach dem Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hat Österreich eine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Ein Landeverbote für Maschinen aus Nordrhein-Westfalen werde es aktuell aber nicht geben, dementierte das Gesundheitsministerium in Wien am Donnerstag (25.6.) Medienberichte. Die Situation werde laufend neu bewertet. 
  • Die Corona-Warn-App wird inzwischen von rund 15 Prozent der Deutschen verwendet. Am Mittwoch (24. 6.) lag die Downloadzahl bei 12,6 Millionen, teilte das Robert-Koch-Institut mit. Nach Einschätzung von Experten ist ab einer Nutzungsquote von 15 Prozent mit einem spürbaren Effekt bei der Eindämmung der Pandemie zu rechnen.

Reproduktionszahl in Deutschland geht wieder zurück

Schätzung der 7-Tage-Reproduktionszahl, basierend auf den täglichen Personen mit Symptombeginn in DeutschlandUnsicherheitsbereich*Median06.03.202026.06.2020012341231 22. März: Kontaktbeschränkung von nicht mehr als zwei Personen2 27. März: Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite tritt in Kraft3 4. Mai: Erste Lockerungen treten in Kraft* 95%-Konfidenzintervall. Die Schätzung reicht aktuell bis zum 20. 6. 2020.Quelle: Robert-Koch-InstitutNZZ / koa.

Inhaltsverzeichnis

Wo und wann werden die Corona-Massnahmen gelockert?

Die Bundesländer nehmen die Corona-Beschränkungen weiter schrittweise zurück und gehen dabei unterschiedlich vor. Die Kontaktbeschränkungen sollen in ganz Deutschland bis zum 29. Juni verlängert werden. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Wegen der seit Mitte März geltenden Kontaktbeschränkungen ist es untersagt, dass sich die Mitglieder von mehr als zwei Haushalten privat oder öffentlich verabreden. Thüringen hob als erstes Bundesland die erlassenen Kontaktbeschränkungen am 13. Juni auf. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen.

Die ostdeutschen Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten als erste weitreichende Lockerungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Dort dürfen Theater, Kinos, Freizeitparks und auch Fitnessstudios wieder öffnen. Die meisten anderen Bundesländer zogen kurz darauf nach. Vorsichtiger agieren Niedersachsen und Bremen. Dort gibt es noch keinen konkreten Starttermin für Kinos und Theater. Ferien innerhalb Deutschlands sind inzwischen fast überall wieder möglich. Mittlerweile dürfen die Hotels in allen Bundesländern wieder öffnen.

Die Schulen sollen spätestens nach den Sommerferien in allen Ländern in den Regelbetrieb zurückkehren.

Grossveranstaltungen bleiben hingegen bis mindestens Ende Oktober verboten. Dies gilt für Veranstaltungen, «bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist».

Der Fall Tönnies, Nordrhein-Westfalen

Mitte Juni war bekanntgeworden, dass es unter den Mitarbeitern von Deutschlands grösstem Schlachtbetrieb Tönnies zu einem Ausbruch mit einer Vielzahl von Corona-Infizierten gekommen ist. Daraufhin mobilisierte der Landkreis alle Kräfte, um den Corona-Ausbruch einzudämmen. Sogar Bundeswehrsoldaten waren angerückt, um beim Testen und der Nachverfolgung von Kontaktpersonen zu helfen. Der Kreis Gütersloh ordnete die Schliessung von Schulen und Kitas an.

Am Freitag (20. 6.) stellte der Kreis alle rund 6500 Tönnies-Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück mitsamt ihren Haushaltsangehörigen unter Quarantäne – ebenso das Management und die Konzernspitze. Am Samstag (21. 6.) richtete die Stadt Verl eine Quarantänezone ein. Die Tönnies-Fabrik wurde für zwei Wochen geschlossen. Bisher sind mehr als 1500 Mitarbeiter positiv getestet worden (Stand: 25.6.).

Der Fall Tönnies stellt unter anderem die Kontrollen durch das Gesundheitsministerium in Frage. Bei einer solchen hatte es Ende Mai im Schlachtbetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück noch «keine Beanstandungen» gegeben, wie Laumann sagt.

Unabhängig davon wurde ein weiterer Ausbruch des Coronavirus in einem Truthahnverarbeitungsbetrieb der Wiesenhof GmbH im Bundesland Niedersachsen gemeldet. Etwa 23 von 50 getesteten Arbeitern waren positiv, berichtete die Nachrichtenagentur DPA.

Wie sieht die Situation an den Grenzen aus?

Seit dem 15. Juni können Deutsche wieder in 27 europäische Länder reisen. Dazu zählen Haupturlaubsländer wie Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und Kroatien. An den deutschen Grenzen zu den Nachbarländern sind die letzten Kontrollen gefallen. In Spanien, Finnland, Ungarn und Norwegen gelten allerdings immer noch Einreisesperren. Eine Ausnahme gilt in Spanien für Mallorca und die anderen Balearen-Inseln. Bis zu 10 900 Deutsche dürfen bereits dorthin fliegen. Die Bundesregierung warnt weiterhin vor Reisen nach Schweden.

Wie geht Deutschland gegen das Coronavirus vor?

Um die Forschung zu fördern und sich die Versorgung mit einem Impfstoff zu sichern, beteiligt sich die Bundesregierung mit 300 Millionen Euro an der Firma CureVac, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus sucht. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, für 300 Millionen Euro übernehme die bundeseigene Förderbank KfW rund 23 Prozent der Anteile. Ziel sei, dem Unternehmen von Mehrheitseigner Dietmar Hopp finanzielle Sicherheit zu geben. Der Staat wolle keinen Einfluss auf geschäftspolitische Entscheidungen nehmen. Die Studie von Curevac ist am 17. Juni gestartet. Bis Herbst will Curevac erste Daten über die Sicherheit sowie die Wirksamkeit der Vakzine vorlegen. Auch die Mainzer Firma Biontechhalt hat grünes Licht für eine klinische Studie mit einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 erhalten.

Um das Nachverfolgen von Infektionen zu erleichtern, steht der Bevölkerung seit dem 16. Juni die deutsche Corona-App zur Verfügung, die auf das Smartphone heruntergeladen werden kann. In den ersten 24 Stunden haben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriumsüber 6,4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer die App in Betrieb genommen. Die App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich testen lassen.

Der Bundestag hat ein Hilfspaket für Bürger und Unternehmen beschlossen. Die Parlamentarier stellten zudem eine Notlage wegen der Pandemie fest. Hilfe erhalten auch die Spitäler, die wegen der Corona-Krise zahlreiche Operationen und Behandlungen verschieben mussten. Dafür sollen sie finanziell entschädigt werden, wie die Regierung ankündigte. Ferner sollen die Krankenhäuser für jedes zusätzliche Intensivbett einen Bonus von 50 000 Euro erhalten.

Zugute kommt Deutschland, dass die Versorgungsdichte mit Intensivbetten in Krankenhäusern im internationalen Vergleich hoch ist. Dies zeigt eine Anfang April vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Übersicht, die auf einer OECD-Studie beruht.

Deutschland steht vergleichsweise gut da

Demnach kamen 2017 in Deutschland 33,9 Intensivbetten auf 100 000 Einwohner, wobei die Kapazitäten in der gegenwärtigen Krise weiter ausgebaut werden. Italien und Spanien, die besonders stark vom Virus betroffen sind, stehen laut dieser Statistik mit Werten von unter 10 (2020 bzw. 2017) deutlich schlechter da. Auch beim Ausstattungsgrad mit Krankenhausbetten insgesamt schneidet Deutschland mit rund 6 Betten auf 1000 Einwohner (2017) international gut ab.

Die deutsche Regierung hatte Mitte März mit starken Beschränkungen des öffentlichen Lebens auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Schulen, Kindergärten und Universitäten wurden geschlossen. Bund und Länder einigten sich am 22. März auf ein Verbot von Ansammlungen von mehr als zwei Personen. Grössere Veranstaltungen und Partys sind nicht mehr erlaubt – weder draussen noch in der eigenen Wohnung. Cafés, Restaurants und Kneipen mussten schliessen. Dichtmachen mussten auch Coiffeure, Kosmetikstudios, Massage-Praxen und Tätowierer.

Im Berliner Ensemble wurden Sitze entfernt, um den Mindestabstand wahren zu können.

Am 6. Mai haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder auf weitere Lockerungen geeinigt. Alle Schüler dürfen schrittweise unter Auflagen bis zu den Sommerferien an die Schulen zurückkehren; in Kindertagesstätten soll es eine erweiterte «Notbetreuung» geben. Alle Geschäfte dürfen wieder öffnen, und dies ohne die bisherige Begrenzung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter. Stattdessen gibt es Vorgaben zur maximalen Zahl von Kunden und Personal, bezogen auf die Verkaufsfläche. Grossveranstaltungen bleiben vorerst aber untersagt. Patienten in Spitälern sowie Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen dürfen wiederkehrenden Besuch von einer definierten Person empfangen. Die Entscheidung über weitere Lockerungen, etwa über die Öffnung von Restaurants, Bars, Diskotheken, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, überlässt der Bund den Ländern. Auf lokaler Ebene greift künftig ein Notfall-Mechanismus: Kommt es in Landkreisen oder kreisfreien Städten innerhalb einer Woche zu mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, sollen örtlich wieder weitergehende Beschränkungen in Kraft treten. Die Bundesländer haben zum Teil noch weitgehendere Lockerungsmassnahmen beschlossen.

Alle Bundesländer haben Ende April nach und nach eine Maskenpflicht beschlossen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen gilt. Verstösse dagegen werden unterschiedlich geahndet.

Wie ist das Virus in Deutschland ausgebrochen?

In Bayern waren im Januar erste Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Dies betraf vor allem ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter Kontakt zu einer Kollegin aus China gehabt hatten. Auch bei zwei deutschen Rückkehrern aus Wuhan hatte man Infektionen festgestellt. Diese Fälle führten aber nicht zu weiteren bekannten Ansteckungen. Ende Februar wurde dann ein Paar aus dem Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen positiv auf das Virus getestet. An einer Karnevalsveranstaltung hatten die beiden Dutzende weitere Gäste angesteckt. Damit nahm die Ausbreitung des Virus ihren Lauf.

Wie reagiert die deutsche Wirtschaft?

Die gesundheitspolitischen Einschränkungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens («Shutdown», «Lockdown») ab Mitte März, die Störung internationaler Lieferketten und der Rückgang der Exportnachfrage haben die Wirtschaft massiv belastet. Auch wenn seit dem 20. April schrittweise viele Restriktionen abgebaut und Produktionen wieder hochgefahren worden sind, ist das Wirtschaftsleben noch immer gedämpft.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht laut einer am 11. Juni veröffentlichten Prognose davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal noch erheblich stärker einbrechen wird als im ersten Vierteljahr. Unter der Annahme, dass die Ausbreitung des Virus nachhaltig eingedämmt werden kann, dürfte sie vom dritten Quartal an zwar wieder anziehen, aber nur sehr schleppend. Für das ganze laufende Jahr erwartet das DIW einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 9,4 Prozent, dem ein Wachstum um 3 Prozent im nächsten Jahr folgen wird. Die Bundesregierung geht von einem BIP-Einbruch für das ganze Jahr von 6,3 Prozent aus.

Im Mai ist die Zahl der Arbeitslosen um 169 000 auf 2,8 Millionen gestiegen, wie die Bundesagentur für Arbeit am 3. Juni mitteilte. Die Arbeitslosenquote legte gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 (saisonbereinigt: 6,3) Prozent zu. Zudem meldeten die Unternehmen im Mai für 1,06 Millionen Personen konjunkturelle Kurzarbeit an, nach zusammen 10,7 Millionen im März und April. Wie viele davon tatsächlich in Kurzarbeit geschickt werden, ergibt sich immer erst mit zeitlicher Verzögerung. Im März waren es laut einer Hochrechnung der Bundesagentur 2,02 Millionen Arbeitnehmer. Im Mai lag die Summe gemäss einer Schätzung des Ifo-Instituts gar bei etwa 7,3 Millionen.

Deutschlands Industrieproduktion ist im April deutlich eingebrochen. Die Fertigung im produzierenden Gewerbe sei im Monatsvergleich um 17,9 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt Anfang Juni mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Rückgang sogar 25,3 Prozent. «Einen besonders starken Rückgang verzeichnete die Automobilindustrie mit 74,6 Prozent», hiess es.

Wie unterstützt der Staat die Wirtschaft?

Am 23. März hat die Bundesregierung ein Corona-Hilfspaket auf den Weg gebracht. Die Vorschläge wurden im Eilverfahren behandelt und binnen weniger Tage von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Das Paket ergänzt und erweitert Massnahmen, die die Regierung bereits Mitte März vorgestellt hatte. Zudem ist es seither wiederholt in kleineren Punkten angepasst und ergänzt worden.

Ziel der Hilfen war und ist es, während der temporären «Einfrierung» der Wirtschaft Arbeitsplätze und Unternehmen zu sichern. Zu den Kernelementen des Pakets gehört erstens ein mit 50 Milliarden Euro dotierter Fonds, aus dem einmalige Zuschüsse von bis zu 15 000 Euro an Coronavirus-geschädigte Kleinstunternehmen (bis 10 Mitarbeiter), Landwirte, Selbständige und Freiberufler gezahlt werden können. Zweitens gibt es für alle Unternehmen Programme der öffentlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit günstigen, vom Staat garantierten Krediten als Liquiditätshilfe. Hinzu kommen steuerliche Erleichterungen.

Ein drittes Element bildet ein Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WBS), über den der Staat grösseren Unternehmen Kreditgarantien zur Verfügung stellen kann. In Sonderfällen wie der Lufthansa kann der WBS auch temporäre Beteiligungen von Firmen erwerben, um deren Insolvenz oder deren feindliche Übernahme zu verhindern. Das vierte Kernelement ist der erleichterte Zugang zu Kurzarbeitergeld.

Laut Angaben des Finanzministeriums summieren sich die gesamtstaatlichen haushaltwirksamen Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie auf insgesamt 353 Milliarden Euro. Der Umfang der staatlichen Garantien beläuft sich auf bis zu rund 820 Milliarden Euro. Zur Finanzierung will der Bund über einen Nachtragshaushalt neue Kredite in Höhe von rund 156 Milliarden Euro aufnehmen. Zugleich erwartet die Regierung einen massiven Einbruch der Steuereinnahmen.

In einem nächsten Schritt haben sich die Spitzen der Regierungskoalition am 3. Juni auf ein Konjunktur- und Zukunftspaket verständigt, um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen. Es hat einen Umfang von 130 Milliarden Euro im laufenden und im nächsten Jahr. Das Paket umfasst eine Vielzahl von Massnahmen, darunter eine temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze von 19 auf 16 Prozent (reduzierter Satz: von 7 auf 5 Prozent). Diese Reduktion gilt vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020.

Zur Finanzierung des Konjunkturpakets hat die Regierung am 17. Juni einen zweiten Nachtragshaushalt mit einer zusätzlichen Neuverschuldung von 62,5 Milliarden Euro gebilligt. Zusammen mit dem im März vom Bundestag gebilligten ersten Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro steigt die diesjährige Neuverschuldung somit auf 218,5 Milliarden Euro. Damit dürfte die Bruttostaatsverschuldung von knapp 60 Prozent per Ende 2019 auf rund 77 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) per Ende 2020 klettern, während das diesjährige Staatsdefizit laut mehreren Quellen 7,25 Prozent erreichen könnte. Der Bundestag muss den zusätzlichen Krediten noch zustimmen.

Was geschieht mit der Lufthansa?

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ist wegen der Coronavirus-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten. Um den Konzern über Wasser zu halten, hat die Lufthansa und ihre nationalen Fluggesellschaften mit den jeweiligen Regierungen Vereinbarungen getroffen. Neben dem deutschen Rettungspaket in Höhe von 9 Milliarden Euro, bestehend aus Krediten und Eigenkapital, garantiert die Schweiz Kredite in Höhe von 1,28 Milliarden Franken (1,2 Milliarden Euro), während die österreichische Regierung und die Banken des Landes 450 Millionen einbringen werden. Die Gespräche mit Belgien dauern an. Wegen der Hilfszusagen aus diesen Staaten erwägt die deutsche Regierung aber, das Hilfspaket um 3 Milliarden Euro zu verringern, um den deutschen Steuerzahler zu entlasten.

Die deutsche Fluggesellschaft steht allerdings noch vor einer wichtigen Hürde, bevor die Mittel fliessen können. Auf der ausserordentlichen Hauptversammlung entscheiden die Aktionäre am Donnerstag (25. 6.) über die Kapitalbeteiligung des deutschen Staates und damit auch über das damit verbundene Rettungspaket von 9 Milliarden Euro. Der Milliardär und Industrielle Heinz Hermann Thiele könnte allein mit seinen Anteilen von 15,52 Prozent den Staatseinstieg blockieren. Grund ist die bereits feststehende geringe Beteiligung von weniger als 38 Prozent der Stimmrechte, die Thiele an diesem Schicksalstag der Lufthansa eine Sperrminorität verschafft. Kurz vor der Hauptversammlung hat Thiele jedoch am Mittwochabend (24. 6.) in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» seine Zustimmung zum Rettungspaket signalisiert. Die Lufthansa hat für den Fall des Scheiterns den Aktionären angekündigt, möglichst schnell ein Schutzschirmverfahren zu beantragen, das ist eine Variante eines Insolvenzverfahrens.

Multimilliardär Thiele gibt nach: Die Lufthansa-Rettung steht vor einem glücklichen Ende

Die Lufthansa ist wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten.

Wie schützt man sich vor dem Coronavirus?

Eine Übertragung des Virus über Lebensmittel oder importierte Produkte ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung unwahrscheinlich. Dennoch sollte man sich regelmässig die Hände waschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachten. Da Viren hitzeempfindlich sind, könne das Risiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln verringert werden.

Wie stabil Coronaviren sind, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche. Im Allgemeinen seien Viren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Das Virus könne allerdings bis zu drei Stunden als Aerosol, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu zwei oder drei Tage auf Edelstahl und Plastik infektiös bleiben. Durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person können die Erreger auf Besteck oder Geschirr gelangen und dort eine Zeitlang überleben. Eine Infektion über Türklinken sei theoretisch auch möglich, allerdings nur, wenn die Viren durch Husten oder Niesen direkt auf die Klinke gelangen würden. Ist beim Niesen oder Husten kein Taschentuch bereit, sollte man die Armbeuge vor Mund und Nase halten. Generell wird davon abgeraten, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.

An wen kann ich mich im Notfall wenden?

Die wichtigsten Telefonnummern zum Coronavirus in Deutschland:

  • Allgemeine Erstinformation: 115
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
  • Bürgerservice des Gesundheitsministeriums: 030 346 465 100
  • Bürgerservice des Auswärtigen Amtes: 030 181 730 00

https://www.nzz.ch/international/coronavirus-in-deutschland-die-neusten-entwicklungen-ld.1543011

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