Long Covid – anhaltende Symptome nach Infektion oder moderater Erkrankung

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass auch ohne Hospitalisierung und ohne schweren Verlauf einer Covid-19 Erkrankung über längere Zeit Symptome verspürt werden. Schätzungen sprechen von 10 Prozent der symptomatischen SARS-CoV-2 Infektionen mit anhaltenden Symptomen über mehrere Wochen und Monate. Betroffen seien insbesondere auch jüngere und grundsätzlich gesunde Personen. Eine kleinere Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC kam […]

Long Covid – anhaltende Symptome nach Infektion oder moderater Erkrankung

Die richtigen Corona Zahlen in Österreich, Schweiz und Deutschland

Vom Gesundheitsministerium werden täglich Zahlen berichtet und in einer „Epidemiologischen Kurve dargestellt. Vom ORF werden sie in der ZIB 1 dann völlig unkritisch übernommen. Zum Beispiel wird berichtet, es hätte in den letzten 24 Stunden 358 Neuinfektionen gegeben und das sei so viel wie am 4. April des Jahres. Ähnlich sinnvoll wäre ein Satz, dass […]

Die richtigen Corona Zahlen in Österreich, Schweiz und Deutschland

Zulassung von Impfstoff schon bei geringer Wirksamkeit von 50 Prozent

In Lancet erschien ein Artikel von den Autoren Philip Krause von der US-Zulassungsbehörde FDA, Ana Maria Henao-Restrepo, Health Emergencies Programme, World Health Organization (WHO) sowie drei Autoren von US und UK Universitäten. Damit handelt es sich offenbar um ein eher politisch gemeintes Statement der WHO und der FDA. In jüngster Zeit hat sich ein Wettrennen […]

Zulassung von Impfstoff schon bei geringer Wirksamkeit von 50 Prozent

Corona-Demonstration: Was bleibt

http://www.tichyseinblick.de – Roland Tichy – 30.08.2020

Die Corona-Demonstrationen waren mit großen Erwartungen und noch größeren Befürchtungen verbunden. Jetzt ist wieder Alltag, der Müll weggeräumt, und was bleibt? 

s bleiben einige Erkenntnisse, deren erste Unwissen bedeutet. Wie viele waren denn auf dieser Demonstration und im Umfeld? Die Polizei hat lange dazu nichts sagen wollen, denn mittlerweile ist klar: Zumindest in Berlin sind ihre Zahlen auch der politischen Linie untergeordnet. Nach dem Theater um die vorherige Demonstration, wo scheibchenweise die Zahl erhöhte wurde, wie wenn der Metzger immer noch eine Scheibe Göttinger drauflegt, bis das halbe Pfund voll ist – wir erleben einen dramatischen Vertrauensverlust. Das ist die erste Lehre.

1. Vertrauensverlust in die Politik

Nicht nur die Berliner Polizei hat Vertrauen verloren, auch die gesamte Corona-Politik erlebt ein Gaubwürdigkeits-Desaster. Dabei geht es nicht um Verharmlosung der Gefährlichkeit der Pandemie; die gibt es auch. Es geht um den richtigen Umgang. Es sind die offiziellen Zahlen, die in krassem Widerspruch zur öffentlichen Verlautbarung stehen. 240 Patienten derzeit auf den Intensivstationen, sinkende Infektionszahlen und immer noch niedrigere Prozent-Werte von Angesteckten und noch weniger Erkrankungen bei immer noch weiter ausgedehnter Suche – diese Zahlen rechtfertigen nicht die ständigen Drohungen der Merkel und ihrer Söder mit wieder verschärften Maßnahmen.

Es geht nicht darum, „die Zügel anzuziehen“ wie die Kanzlerin von oben herab zu einer infantilisierten Bevölkerung redet, sondern um Lockerung und Management eines mittlerweile erkennbaren und überschaubaren Risikos; Corona ist nicht die einzige Malaise in diesem Land. Der Lockdown vom März war überzogen, das wissen wir heute; die Warnungen eines Beamten aus dem Innenministeriums haben sich schaurig bewahrheitet. Gut; im Nachhinein etwas besser zu wissen, rechtfertigt keine Kritik an der Tagesentscheidung. Aber die Verlängerung des Lockdowns war Kraftmeierei, und die Überbetonung des konkreten Risikos ist Ursache eines Glaubwürdigkeitsverlusts der Politik; im übrigen, liebe Politiker, entspannt Euch.https://googleads.g.doubleclick.net/pagead/ads?client=ca-pub-3622156405313063&output=html&h=280&slotname=a4134b6.53c7d4a&adk=2570882071&adf=735848378&w=336&lmt=1598851578&psa=0&npa=1&guci=1.2.0.0.2.1.0.0&format=336×280&url=https%3A%2F%2Fwww.tichyseinblick.de%2Ftichys-einblick%2Fcorona-demonstration-was-bleibt%2F&flash=0&wgl=1&adsid=NT&dt=1598851578044&bpp=14&bdt=126086&idt=113&shv=r20200826&cbv=r20190131&ptt=9&saldr=aa&abxe=1&correlator=216098772423&frm=20&pv=2&ga_vid=386477685.1598851455&ga_sid=1598851455&ga_hid=788836793&ga_fc=0&iag=0&icsg=16383&dssz=91&mdo=0&mso=0&u_tz=120&u_his=2&u_java=0&u_h=864&u_w=1536&u_ah=824&u_aw=1536&u_cd=24&u_nplug=2&u_nmime=2&adx=149&ady=2627&biw=1238&bih=686&scr_x=0&scr_y=2998&eid=21066898&oid=3&pvsid=3780544565214105&pem=593&rx=0&eae=0&fc=896&brdim=0%2C0%2C0%2C0%2C1536%2C0%2C1536%2C824%2C1255%2C703&vis=1&rsz=o%7C%7CoeE%7C&abl=CS&pfx=0&fu=9216&bc=31&ifi=16&uci=a!g&fsb=1&xpc=0zURxr99no&p=https%3A//www.tichyseinblick.de&dtd=143

Noch einen Lockdown würden die Bürger in diesem, unserem Land nicht mitmachen – und auch weder sozial noch wirtschaftlich aushalten, soviel Schulden könnt ihr gar nicht aufnehmen und soviel Geld könnt ihr gar nicht drucken. Als hört auf mit dem Gerede.

2. Es war bunt und divers

Die Demonstration war bunt und divers; Alexander Wendt und Alexander Wallasch haben das beschrieben. Immer wird ja Diversität und Buntheit eingefordert – nun zeigte sie sich und macht die Demonstration so schwer einzuordnen. Ein klares politische Ziel fehlt. Was genau soll jetzt geschehen? Das ging im Feiern und Fahnenschwenken ganz unterschiedlicher Farbkombinationen unter, von der Regenbogen- bis zur Kaiserfahne; sogar türkische Banner waren dazwischen, Bayerns Weißblau, Israel-Fahnen und die der USA und mehr. Es war jedenfalls bunt – anders als der Schwarze Block der Antifa. Offensichtlich steht eine bunte Bürgergesellschaft gegen die verordnete Einheitsgrauheit des rotgrünen Zeitgeists.

3. Signal der Unzufriedenheit

Was bleibt, ist ein Signal der Unzufriedenheit. Immer mehr Deutsche fühlen sich ganz offensichtlich in ihrem Land fremd. Deswegen suchen sie nach neuen Anführern, nach Putin, nach Jesus, Erdogan oder Kaiser Wilhelm oder Donald Trump: sie suchen jedenfalls nach jemandem, der ihre Welt wieder in Ordnung bringt, nachdem die Politik ständig neue Unordnung propagiert und herstellt. Täglich wird ihnen ihre komplette Unzulänglichkeit von der Politik eingeredet, sie konsumieren falsch, essen falsch, wählen zu oft falsch, führen ihren Hund falsch Gassi, essen zu viel Fleisch, sind zu rassistisch, zu alt, zu weiß, überhaupt zu einheimisch. Sie sprechen sogar komplett falsch und machen keine Gender-Pause und verstehen nicht, warum ein Urlauber ein Urlaubender sein soll und worin die Sünde des Urlaubers besteht. Dieses Unbehagen hat sich auf der Demo manifestiert. Die Welt ist kein Parteiprogramm der Grünen, das von der CDU umgesetzt wird. Die Leute wollen ihr Leben zurück, und die Corona-Gängelei ist nur der Höhepunkt einer ständigen Zumutung, die sich Politik nennt.

4. Der Rechtsstaat funktioniert – noch

Auch trotz aller impertinenten Maßnahmen der letzten Jahre, unsere rechtsstaatlichen Institutionen zu unterwandern und auszuhöhlen, die sichtbar darin gipfelten, dass man eine erklärte Verfassungsgegnerin zur Verfassungsrichterin machte – noch halten die wichtigsten Halteseile des Rechtsstaates. Das Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht haben so entschieden, wie sie zu entscheiden hatten, wenn das Grundgesetz noch gilt. Die Polizei in Berlin hat am Anfang markige Worte ihrer politisch, nicht fachlich berufenen Präsidentin geäußert und der Befürchtung Raum gegeben, es gäbe hier ein Gemetzel an politisch Unliebsamen. Vor Ort haben die Polizeiführer ruhig und angemessen reagiert. Bei so einer Menschenmenge kommt es zu Stauungen; ob die Polizei dies bewusst herbeiführen wollte, ist eine Vermutung, die sich eher aus den markigen Vorankündigungen speist. Das Masken-Gebot ist nicht durchgedrungen, aber was soll´s? Am Ende wurde gefeiert.

5. Rot-Rot-Grün ist verfassungsfeindlich

Wer die unsäglichen Äußerungen des Innensenators Geisel, des regierenden Bürgermeisters Müller sowie weiterer führender rot-rot-grüner Politiker nebeneinander legt, erschrickt. Die Stadt, ihre Bewohner und Besucher sind nicht das Privateigentum und auch nicht die Untertanen dieses Senats. Demokratie bedeutet, auch abweichende Meinungen nicht nur erdulden zu müssen, sondern ihnen sogar Raum verschaffen zu müssen. Der Senat von Berlin hat sein zutiefst undemokratisches Verständnis offenbart, erneut offenbart: Jede Woche duldet er gewalttätige Demonstrationen von Links, lässt besetzte Häuser nicht räumen, die No-Go-Räume wachsen, jedes Wochenende werden verfassungsfeindliche Parolen geschrieen und mit Fahnen signalisiert – das alles duldet der Senat. Dann demonstrieren die Bürger – und Berlin geht unter? Rot-rot-grün ist nicht gut für die Demokratie. Sie muss gegen diese Koalition verteidigt werden.

6. Links darf, rechts nicht

Es waren keine schwarzen Rauchfahnen über Berlin zu sehen, kein Auto brannte, kein Müllcontainer. Es gab einzelne Flaschenwürfe, nur einzelne Rangeleien und Rempeleien bis hinauf vor den Eingang des Reichstags. Man muss diesen Tag vergleichen mit den Auseinandersetzungen anläßlich des G-20-Gipfels in Hamburg oder den Attac-Krawallen in Frankfurt. Da drohten zwei Städte wirklich Raub des linken Mobs zu werden. Wer Gewalt oder Extreme sucht, der findet sie auch auf den Corona-Demonstrationen, aber es blieben Randerscheinungen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass linke Demonstrationen Brand und Brutalität von vornherein einplanen – die Kritik an einzelnen Rechtsradikalen ist berechtigt, aber hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Übrigens sind die Steinwürfe von Links auch an diesem Tag vermutlich zahlreicher gewesen als die von Rechts.

7. Wer die Demokratie verteidigt

Schön, wenn sich SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil mal bei der „Helden-Polizei“ bedankt, die die „Demokratie verteidigt“ habe. Sonst ist er ja mit seiner Partei nur dabei, der Polizei Rassismus zu unterstellen und sie zu schwächen. Eine kleine Nachhilfe für Klingbeil, ohne die Rolle der Polizei verkleinern zu wollen: Die Demokratie wurde durch die Verwaltungsgerichte verteidigt, gegen Rot-rot-grün und von den Demonstranten, die sich nicht haben einschüchtern lassen.

8. Ein Dank an Andreas Geisel

Der Berliner Innensenator gehört zu Recht zu den am meisten gescholtenen Personen des Wochenendes. Es wird Zeit, ihm Dank auszusprechen. Er hat versucht, die Demokratie durch das Demonstrationsverbot auszuhebeln. Bewirkt hat er, dass Gerichte, Bürger und auch die Polizei sich letztlich dagegen gewandt haben. Ohne Geisel wäre die Demonstration um vieles kleiner geblieben. Er hat eine Lehre darüber erteilt, wo die Feinde der Demokratie sitzen. Mittlerweile in vielen Regierungsämtern.

8. Abrüsten statt aufrüsten und zuhören

Merkel und ihre Partner im Geiste sollten nach dieser Demonstration aufhören, immer weiter gegen die Bürger aufzurüsten. Es wäre besser, mal wieder zuzuhören. Etwas Bescheidenheit gehört dazu; die Bürger sind keine Kleinkinder, die man nach Belieben wegsperren kann, wobei diese Erziehungsmethode längst untersagt ist. Oder über deren Köpfe man regiert, weil sie zu dumm sind, die höhere Weisheit der Regierenden zu verstehen.

In der FAZ vom Samstag bekräftigt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die Absicht, die „Chance der Krise nutzen“ zu wollen. „Nutzen”, das sind für ihn Euro-Bonds, gemeinsame Schulden, Besteuerungsrecht der EU-Kommission, und zwischen den Zeilen wird die Beteiligung des Bundestags als lästig und hinderlich abgetan. Wem hat die Pandemie dafür dieses Mandat erteilt? Inwiefern hat das Virus verlangt, weitere Souveräntitätsrechte nach Brüssel abzugeben, von denen er spricht und die demokratische Kontrolle der Politik weiter aufzuweichen?

Es könnte sein, dass immer mehr Bürger bemerken, dass die Pandemie nicht bekämpft, sondern instrumentalisiert wird. Manche Politiker haben die Botschaft der Demonstration nicht verstanden. Jedenfalls noch nicht.

 

 

  

Gute Demo – böse Demo: Das Demonstrationsrecht ist der Regierung nur außerhalb Deutschlands wichtig

http://www.anti-spiegel.ru vom 30.08.2020

Die Reaktion von Politik und Medien auf die Corona-Demo vom 29. August und die gleichzeitige Berichterstattung über andere Länder, in denen regierungskritische Demos stattfinden, zeigen die Doppelmoral der Politiker und der „Qualitätsmedien“ in ihrer ganzen Deutlichkeit.

Es ist faszinierend, in diesen Tagen die sogenannten Berichterstattung der „Qualitätsmedien“ zu verfolgen. Man kann in diesen Tagen den ganzen Umfang der Propaganda in Deutschland beobachten. Man sieht deutlich, wie Demos gegen ungeliebte Regierungen zum Freiheitskampf verklärt werden, während eine wesentlich größere Demo in Berlin als Versammlung einiger wahlweise verwirrter Spinner oder Rechtsextremer dargestellt wird.

Vorweg sei gesagt, dass die Teilnehmerzahlen über die Berliner Demo, die in den deutschen Medien genannt werden, nicht stimmen. Bei der Demo am 1. August war die Rede von 18.000 Teilnehmern, was nicht stimmen kann, wie ich – und viele andere – aufgezeigt habe. Hinzu kommt, dass Vertreter der Veranstalter bereit sind, unter Eid zu bezeugen, dass die Polizisten, mit denen Veranstalter von Demos immer zusammenarbeiten, während der Demo mitgeteilt hätten, ihnen sei über Funk eine Teilnehmerzahl von 800.000 gemeldet worden und diese Polizisten haben demnach einigermaßen überrascht ausgehen, als die Polizei kurz darauf offiziell nur 18.000 Teilnehmer gemeldet hat.

Nach all dem Hin und Her der letzten Wochen ist davon auszugehen, dass dieses Mal noch mehr Menschen gekommen sind. Das bestätigen auch die Bilder. RT-Deutsch hat völlig unkommentiert die gesamte Demo im Livestream gezeigt und dabei waren mehrere Kamerateams im Einsatz, man bekam also einen sehr guten Eindruck davon, was an verschiedenen Teilen der Berliner Innenstadt vor sich gegangen ist. Und wer – wie ich – mal auf der Loveparade war, der sieht erstaunliche Parallelen, die Teilnehmerzahl dürfte also wieder an die Millionengrenze gegangen sein.LIVE aus Berlin: Protest gegen die Corona-Politik

Die Doppelmoral der „Argumente“ der Bundesregierung

In Weißrussland finden derzeit Proteste gegen Präsident Lukaschenko statt, nachdem seine Wiederwahl von der Opposition als gefälscht bezeichnet wurde und die Länder des Westens sich auf die Seite der Opposition gestellt und die Wahl nicht anerkannt haben. Man kann trefflich über diese Wahl streiten, aber da die von den Staaten des Westens dominierte OSZE es abgelehnt hat, die Wahl in Weißrussland zu beobachten, gibt es keine auch nur halbwegs objektiven Berichte von Wahlbeobachtern, was den Verdacht nahelegt, dass man im Westen von vornherein gegen die Wahl Stimmung machen wollte. Das Beispiel macht Schule, wie ich vor einigen Monaten am Beispiel Bolivien aufgezeigt habe. Die Ähnlichkeiten springen einem förmlich ins Auge.

In Weißrussland fordern die Demonstranten offiziell einen „Dialog mit der Regierung“ und die deutsche Bundesregierung ist ganz entrüstet, dass Präsident Lukaschanko dafür wenig Begeisterung zeigt. Allerdings ist die Bundesregierung im eigenen Land nicht bereit, das zu tun, was sie von anderen fordert. Auf ihrer Pressekonferenz vor einigen Tagen wurde Merkel gefragt, ob sie mit Vertretern der Demonstranten reden wolle, so wie sie auch mit anderen Demonstranten, wie zum Beispiel mit „mit Klimaaktivisten oder Bauernverbänden getan“ habe. Ihre Antwort war entlarvend. Sie sagte zunächst, dass die Demonstranten im deutschen Rechtsstaat ja „den Rechtsweg gehen“ können, wenn ihre Demonstration verboten worden sei und sie fügte hinzu:

„Und ansonsten entscheide ich immer dann, wenn Menschen sich an mich wenden, ob ich mit ihnen das Gespräch suche, oder nicht.“

Im Klartext heißt das: „Mit meinen echten Kritikern rede ich nicht, rede nur mit denen, deren Meinung ich teile.“

Dabei wäre ein Dialog in Deutschland geboten, auch wenn die Gegner der Corona-Maßnahmen eine Minderheit sein dürften, denn die Medien habe in ihrer Panikmache über Corona ganze Arbeit geleistet, inklusive wirklich grotesker Auswüchse. Aber zu einer Demokratie gehört doch, dass man auch mit Minderheiten redet. Zumal es sich hier offenbar nicht um eine kleine Minderheit handelt, denn längst nicht alle deutschen Gegner der Regierungspolitik haben sich in Berlin versammelt. Es dürfte also eine durchaus spürbare Prozentzahl der deutschen Bevölkerung sein, die gegen die aktuelle Corona-Politik der Regierung ist.

Der Umgang mit Andersdenkenden in Deutschland

Selbst die Bundesregierung gibt zu, dass elf Prozent der Deutschen die Maßnahmen zu weit gehen, auch wenn sie das mit den Worten „nur elf Prozent“ versieht. Aber das wären immerhin ca. neun Millionen Menschen, mit denen die Bundesregierung das Gespräch ablehnt. Wer jetzt meint, das wäre ja in der Tat eine kleine Minderheit, der hat (immer vorausgesetzt die Zahl stimmt) natürlich recht.

Aber nehmen wir einen einfachen Vergleich: Nach wissenschaftlichen Studien sind fünf bis sieben Prozent der Menschen Teil der LGBT-Community, aber diese noch kleinere Minderheit beherrscht die Berichterstattung der Medien und die Parteien übertreffen sich darin, deren Interessenvertreter nicht nur zum Gespräch zu empfangen, sondern sie in ihre Parteigremien einzubinden.

Das ist auch richtig so, jede Minderheit muss in einer Demokratie gehört werden und repräsentiert sein. Nur für die wirklichen Gegner der Regierungspolitik scheint das in Deutschland nicht zu gelten. Und wenn deutsche Beamte sich auf die Seite dieser Regierungsgegner schlagen, dann haben sie umgehend dienst-rechtliche Konsequenzen zu tragen, bis hin zu einer Hausdurchsuchung, die ein Polizist bereits über sich ergehen lassen musste, obwohl ihm keinerlei Straftat vorgeworfen wird.

Man stelle sich einmal den Aufschrei in den Medien vor, wenn in Weißrussland ein Polizist auf einer Kundgebung gegen den Präsidenten aufgetreten wäre und anschließend nicht nur vom Dienst suspendiert, sondern auch noch mit Hausdurchsuchungen schikaniert und eingeschüchtert worden wäre. Was die deutschen Politiker und Medien in Weißrussland zu einer Hetzkampagne gegen Lukaschenko benutzt hätten, ist in Deutschland Alltag und niemanden interessiert es.

Corona-Einschränkungen: In Deutschland gut, in Simbabwe böse

In Deutschland wird die Corona-Panik von Politik und Medien weiter angeheizt. Kein Tag vergeht, ohne dass jemand auf die angeblich steigende Zahl der Infizierten hinweist. Dabei gibt es diese steigende Zahl gar nicht, denn die steigende Zahl der Infizierten entspricht exakt den steigenden Zahlen der durchgeführten Tests. Es ist ganz einfach: Wer mehr testet, findet auch mehr positive Testergebnisse.

Von einer tatsächlich steigende Zahl der Infizierten könnte man nur dann reden, wenn die Prozentzahl der positiven Tests steigen würde. Das ist aber seit drei Monaten nicht der Fall, die Zahl schwankt zwischen 0,5 und 0,9 Prozent, wie die Daten des Robert-Koch-Instituts zeigen.

Trotzdem werden in Deutschland laufend neue Maßnahmen beschlossen, Kinder sollen im Unterricht Masken tragen, Bußgelder für Verstöße gegen die Maskenpficht werden erhöht, Urlaubsrückkehrer werden zwangsgetestet. Und sogar das Demonstrationsrecht, eines der wichtigsten und zentralsten Rechte in einer Demokratie, wird eingeschränkt. Man hat den Demonstranten ja nicht vorgeworfen, illegale Forderungen zu stellen, man hat das zunächst erfolgte Verbot und dann auch die vorzeitige Auflösung der Berliner Demo mit Verstößen gegen die Corona-Regeln begründet.

Da hat sich die Regierung von Simbabwe wohl ein Beispiel an der deutschen Regierung genommen, indem sie ebenfalls Grundrechte mit Verweis auf Corona einschränkt. Und so hat der deutsche Botschafter in Simbabwe genau das kritisiert, was seine Chefin Deutschland selbst tut: Die Rechte der Menschen unter dem Vorwand von Corona einzuschränken. Im Handelsblatt konnte man dazu lesen:

„Mehrere Botschafter, darunter Deutschlands, haben die Regierung von Simbabwe ermahnt, die Rechte der Bürger nicht im Namen der Corona-Krise einzuschränken. Man sei zutiefst besorgt über die derzeitige politische, wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Krise in dem Land im südlichen Afrika, teilten die Botschafter von Deutschland, Kanada, Norwegen, den USA, der Niederlande, Polen und Großbritannien am Freitag mit. „Covid-19 darf nicht als Ausrede benutzt werden, um die fundamentalen Freiheiten der Bürger einzuschränken.“ Zudem fordere man die Regierung auf, die Korruption im Land anzugehen.“

Das sind exakt die Forderungen, die die Corona-Demonstranten in Berlin auch gestellt haben. Der Unterschied ist, dass der Westen Simbabwe zum Gegner erklärt und Sanktionen gegen das Land verhängt hat. Also sind Corona-Maßnahmen dort ganz böse, in Deutschland hingegen sind sie gut. Findet zumindest die Bundesregierung.

Was ist das, wenn es keine Doppelmoral ist?

Leugnet das RKI die Corona-Pandemie?

http://www.achgut.com – Thomas Maul – 29.08.2020

Es ist unter Wissenschaftlern ein triviales Phänomen, dass Veränderungen der Messmethode zu veränderten Ergebnissen führen, was dann die Frage aufwirft, zu welchen Anteilen die festgestellten Veränderungen auf Vorgänge in der zu messenden Realität und zu welchen Anteilen auf die Änderung der Messmethode zurückgehen. Veränderungen erhobener Daten weisen also dann recht verlässlich auf Veränderungen der Realität hin, wenn sie auf dieselbe Weise erhoben wurden.

Seit Jahren überwacht das Robert-Koch-Institut (RKI) die „Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung“ (GrippeWeb). Das geht, vereinfacht ausgedrückt, folgendermaßen vor sich. In Zusammenarbeit mit ausgewählten auf Deutschland verteilten Referenzpraxen werden von atemwegserkrankten Menschen Proben entnommen, die dann von Laboren auf alle möglichen Viren getestet werden. Diese Daten werden anschließend vom RKI ausgewertet und in den Berichten der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) publiziert.

Dieses nüchterne Sentinel-System wurde während und trotz des Corona-Hypes aufrechterhalten und seit Ende Februar um Testungen auf SARS-CoV-2 erweitert. Der aktuelle Bericht wartet mit zwei interessanten Ergebnissen auf:https://e0d126a5501f80d73aa31024f3190b19.safeframe.googlesyndication.com/safeframe/1-0-37/html/container.html

Die geringe Verbreitung von SARS-CoV-2 unter Atemwegserkrankten

Viele dürften von diesem dort gezogenen Fazit überrascht sein: 

„Seit der 8. KW 2020 sind insgesamt 13 (0,6%) SARS-CoV-2-positive Proben in 2.020 untersuchten Proben im Sentinel der AGI detektiert worden. Seit der 16. KW 2020 gab es keine Nachweise mehr von SARS-CoV-2 im Sentinel.“ (s. influenza.rki.de

Selbstverständlich wird der Durchschnittswert des Probenanteils von SARS-CoV-2 mit jeder weiteren Woche gedrückt, in der kein Corona-Virus mehr gefunden wird. Aber auch in der Hochphase der Corona-Verbreitung zwischen der 10. und der 14. Kalenderwoche lag der Maximalwert SARS-CoV-2-positiver Proben bei unter 2 Prozent, wie man in den entsprechenden Berichten nachlesen kann.

Aus diesen Berichten geht ebenfalls hervor, dass es keinen exponentiellen Anstieg auf SARS-CoV-2 positiv Getesteter unter Atemwegserkrankten gab und dass die Anzahl der Atemwegserkrankten insgesamt seit spätestens der 15. Kalenderwoche rückläufig ist.

Die Wirkungslosigkeit der Masken

Als die Maskenpflicht eingeführt wurde, gab es laut RKI-Sentinel also keine durch SARS-CoV-2 ausgelösten Atemwegserkrankungen mehr, die mittels Maske am Ausbreiten hätte gehindert werden können. Aber wie verhält es sich mit anderen Viren, die per Tröpfcheninfektion übertragen werden? Hat die Maskenpflicht betreffs ihrer Wirksamkeit die sommerliche Verbreitung von Rhinoviren im Vergleich zu den Vorjahren reduziert? Im Gegenteil. Abbildung 3 des aktuellen Berichts zeigt eine enorme Verbreitung von Rhinoviren (s. hier) – und zwar doppelt so stark wie im Bericht des Vorjahres in Abbildung 3 (s. hier).

Dafür könnte die Maskenpflicht selbst verantwortlich sein. Der Apotheker Prof. Dr. Markus Veit warnte davor in der Deutschen Apotheker Zeitung:

Ein anderes (wissenschaftlich bisher unbewiesenes, aber plausibles) Risiko ist, dass das Übertragungsrisiko steigt und nicht abnimmt! Warum ist das so? Wenn wir beispielsweise durch Wolle oder Baumwolle (die häufig bei den selbst gefertigten Masken verwendet und in unzähligen Foren empfohlen wird) ausatmen, kondensiert sich die Feuchtigkeit in der Atemluft an den Fasern. Das hängt mit der Mikrostruktur der Fasern zusammen. Dabei bildet sich auf diesen ein Wasserfilm (das kann jeder mal ausprobieren). In mehr oder weniger großem Ausmaß geschieht das auch bei textilen Geweben. In diesem Habitat können Viren bestens überleben, es ist geradezu optimal für sie. Anders als professionelle Masken werden die selbst gefertigten nach der Benutzung nicht entsorgt, sondern die Menschen legen sie irgendwo ab und tragen so möglicherweise zur Verbreitung der Viren bei.

Derweil einigen sich Bund und Länder, bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zu erheben.

Worum es bei den Corona-Demos geht

http://www.achgut.com – Johannes Eisleben – 30.08.2020

SARS-CoV-2 ist epidemiologisch nicht messbar: Zwar wurden seit der Identifikation des Virus weltweit bereits über 830.000 Virustote gezählt, doch sind längst nicht alle, bei denen Virus-Nukleinsäure nachgewiesen wurde, auch an COVID-19 gestorben. Insgesamt sind dieses Jahr schon etwa 39.000.000 Menschen aus dem Leben geschieden. Im Vergleich zum Vorjahr ist weltweit – und auch in Italien – keine Übersterblichkeit feststellbar. Die Krankheit COVID-19 tötet vor allem sehr alte Menschen, Letalität und Folgeschäden bei den Genesenen bewegen sich im Rahmen der Influenza; das ganze klinische Bild der beiden Krankheiten ist sehr ähnlich.

Doch die Regierung hat mit Hilfe des Seuchenschutzgesetzes dauerhaft Grundrechte ausgesetzt, obwohl dies angesichts der tatsächlichen Gefahr durch das Virus vollkommen unverhältnismäßig ist. Daher ist die Aussetzung der Grundrechte verfassungswidrig.

Bei den Demonstrationen für eine Aufhebung der Corona-Maßnahmen geht es um den Kampf um die Grundrechte, die das Grundgesetz in Artikel 1–20 beschreibt. Der Staat hingegen, der längst zum Gegner seiner Bürger geworden ist, möchte die Grundrechte weiter aussetzen, obwohl dafür keinerlei Grund besteht. 

Dass ein Verbot der Berliner Demonstration illegal war, hatten Verwaltungsgericht und die höhere Instanz, das OVG, umgehend bestätigt: Teile des Rechtsstaats funktionieren noch sehr gut. Die Richter können schwer einschätzen, wie wenig gefährlich SARS-CoV-2 wirklich ist. Deswegen verhängten sie überhaupt Schutzmaßnahmen, allerdings recht milde. 

Dennoch wurden dieses Wochenende Ordnungskräfte eingesetzt, um die Bürger unter dem Vorwand des Verstoßes gegen die Maßnahmen an der Wahrnehmung eines der wichtigsten Grundrechte, der Versammlungsfreiheit, zu hindern. Für die Polizisten besteht dabei ein harter Konflikt zwischen Amtseid, der sie auf die Verfassung verpflichtet, und Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten. Auf die Dauer werden sich Ordnungshüter, die auch nach Beamtenrecht dazu verpflichtet sind, verfassungswidrige Anweisungen nicht zu befolgen, dabei nicht mitmachen.

Doch was treibt die Politiker an? Die einen wollen einfach nur nicht zugeben müssen, dass die bisherigen Maßnahmen falsch waren. Andere, die ihren Machiavelli gelesen haben, sehen im Virus einen Vorwand, endlich die partizipative Ordnung einzuschränken.

Der Konflikt zwischen parteipolitischen Usurpatoren, die den partizipativen, rechtsstaatlichen Nationalstaat abschaffen wollen, und den Bürgern, die ihn bewahren wollen, wird sich noch verschärfen. Am Ende werden die Bürger sich durchsetzen, der Totalitarismus wird sich hier nicht halten können, wir sind nicht in China oder Russland.

Kein Mindestabstand beim Differenzieren?

http://www.achgut.com – Peter Grimm – 30.08.2020

Wer am Sonntagmorgen das mediale Echo auf die samstäglichen Demonstrationen Zehntausender gegen die Politik des Corona-Ausnahmezustands vernahm, dem ist vielleicht zunächst der Schreck in die Glieder gefahren. Unter wehenden Reichskriegsflaggen haben Rechtsextreme versucht, den Reichstag zu stürmen und konnten erst an der Treppe zum Eingang gestoppt werden. Dass darüber allenthalben Abscheu geäußert wird, ist natürlich verständlich und nachvollziehbar. Was auch sonst. Weniger nachvollziehbar ist, dass dieser Vorfall, wie auch die Festnahmen und Rangeleien vor der russischen Botschaft, in einen direkten Zusammenhang mit den Querdenken-Demonstrationen der Zehntausenden gestellt werden. Denn beides hat inhaltlich in etwa so viel miteinander zu tun wie eine Demonstration des DGB zum Tag der Arbeit mit einer „Revolutionären 1. Mai-Demo“. In der aufgeregten Berichterstattung spielte das allerdings eine Nebenrolle. Immerhin konnte man, wie hier im Demo-Newsticker von welt.de, aus den Meldungen herauslesen, dass es dort vielleicht eine ganz eigene Veranstaltung gegeben haben muss:

„Aufnahmen zeigen, wie Polizisten versuchen, das Gebäude [Reichstag] gegen Eindringlinge aus dem Kreis einer rechten Demonstration zu schützen. Sie seien die Treppe hoch gestürmt, berichtete ein dpa-Reporter am Ort. Polizeibeamte drängten die Menschen zurück, sie setzten Pfefferspray ein. Es kam zu Rangeleien. Am Reichstagsgebäude hatte es zuvor eine Kundgebung gegeben.“

Dass nicht etwas genauer, als von „einer rechten Demonstration“ geschrieben wird, kann man dem Berichterstatter nicht vorwerfen. Es gibt wohl kaum jemanden, der in dem Gewirr der vielen zwischenzeitlich angemeldeten Demonstrationen den Überblick behalten konnte. Auch der Autor dieser Zeilen hat ihn nicht. Insofern weiß ich nicht, ob die Kleindemonstrationen unter schwarz-weiß-roten Reichsfahnen vor dem Reichstag, der US-Botschaft am Pariser Platz und der russischen Botschaft Unter den Linden nun eigens angemeldete Versammlungen waren oder ob sie sich einfach an den Rand des „Querdenken“-Demonstrationsgeschehens eingeschlichen haben.

Letzteres wird ja den Demonstranten immer wieder vorgeworfen. Die Klage, sie würden sich gemein machen mit Rechtsradikalen und Rechtsextremen, schafft eine Möglichkeit der Ablehnung dieser Demonstration, ohne sich argumentativ mit den Anliegen der Demonstranten auseinandersetzen zu müssen. Dabei wäre es doch ein Leichtes, wenn diese nur aus dem Spektrum vielfältig versponnener Weltsichten kämen. Aber natürlich wissen auch die Demo-Gegner, dass sich – trotz vieler absurder Transparent-, Plakat- und Redebeiträge – dort ernstzunehmende Bürger befinden, die vor allem auf ihren Bürgerrechten bestehen und nicht länger im Ausnahmezustandsmodus durchregiert werden möchten.

Die Themen der Schwarz-weiß-rot-Träger

Doch zurück zu dem, was auch gern als „rechtsoffen“ gebrandmarkt wird, dem Vorwurf der mangelnden Abgrenzung gegen rechts. „Kein Mindestabstand zu Neonazis“ war beispielsweise ein Bericht der Zeit vom Demonstrationsgeschehen überschrieben. Vielleicht haben es aber manche Beobachter auch nicht vermocht, angemessen zu differenzieren, also vorhandene Mindestabstände zu erkennen.

Es waren, das ist unbestritten richtig, auf den Bildern von den Querdenken-Demonstrationen zunächst häufiger Reichsfahnen und Reichskriegsflaggen des Kaiserreichs zu sehen als am 1. August. Aber im Verlauf des Tages zeigte sich doch sehr deutlich, dass die Schwarz-weiß-rot-Träger eine ganz eigene Agenda hatten und dies auch deutlich machten. Vor der russischen und amerikanischen Botschaft demonstrierten sie für „Friedensvertrag jetzt“ und „Souveränität“. Das hat ziemlich eindeutig weder mit dem Corona-Virus noch mit den mittels Infektionsschutzgesetz eingeschränkten Grundrechten etwas zu tun. Viele Querdenken-Demonstranten, die beispielsweise Unter den Linden an der Versammlung der Reichsbürger vor der russischen Botschaft vorbeizogen, dürften selbige als eine eigene Veranstaltung wahrgenommen haben, die nichts mit ihnen zu tun hat.

Einer der Akteure der „Friedensvertrag jetzt“-Aktion unter der Reichsfahne – das war selbst für die Beobachter erkennbar, die das Demonstrationsgeschehen nur über Live-Streams verfolgten – war der mittlerweile einschlägig berüchtigte Vegan-Koch Attila Hildmann, der seine schwere Ideologieabhängigkeit offenbar nur noch mit immer absurderen Weltanschauungen zu stillen vermag. Dass Hildmanns Gefolgschaft aber eher übersichtlich ist, dürfte jeder wissen, der in die kurze Geschichte der Corona-Proteste geschaut hat. Und auch vor dem Reichstag war Hildmann präsent.

Letztlich hatten sich die Rechtsradikalen, Reichsbürger und Rechtsextremen im Demonstrationsgeschehen mit ihrer Beflaggung selbst ganz gut markiert. Und sie waren dabei an eigenen Orten mit eigenen Zielen präsent. Wer also den Querdenken-Demonstranten vorwirft, den geistigen Mindestabstand zu Rechtsextremen nicht einzuhalten, sollte zuvor noch einmal prüfen, ob er nicht vielleicht so manchen Mindestabstand lieber übersehen hat.

Das Abschieben in die rechte Ecke ist verlockend einfach. Dabei hätte, wer wollte, auch innerhalb der Querdenken-Demonstration und ihrer Redner viel Unausgegorenes entdecken können, um sich damit auseinanderzusetzen.

Wer war verantwortlich für den Reichstags-Schutz? 

Unter den jetzt ob des versuchten Sturms auf den Reichstag oder der Zusammenstöße vor der russischen Botschaft empörten Politikern, sind natürlich auch etliche, mit ganz eigenen Interessen. Insbesondere Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) muss daran ein doppeltes Interesse haben. Zum einen lässt sich unter Verweis auf das schändliche Treiben an der Pforte des deutschen Parlaments der missglückte Versuch eines politischen Demonstrationsverbots im Nachhinein noch etwas legitimieren. Zum anderen fällt vielleicht den Empörten in ihrer Empörung gegen rechts nicht auf, dass es doch wohl ein eher fahrlässig geringer Schutz des Reichstagsgebäudes ist, wenn es am Ende an drei Polizeibeamten gelegen haben soll, dass der Reichsfahnen-Gruppe das Eindringen in den Reichstag misslang. Verantwortlich für die innere Sicherheit in Berlin ist wiederum genau dieser Innensenator.

Aber dies nur am Rande. Wichtiger wäre doch, zur Kenntnis zu nehmen, dass offenbar im Lande wachsender Unmut vorhanden ist. Es kommen Zehntausende zum Demonstrieren, obwohl weite Teile in Politik und Medien eindringlich davon abrieten und es zwischenzeitlich ein Verbot gab. Es gibt eine Forderung nach Wiederherstellung der Grundrechte. Und nicht diese Forderung muss ihre Legitimität nachweisen, sondern jede Ausnahmezustands-Maßnahme.

Und wie ernst man diese Demonstrationen nehmen sollte, ist auch vollkommen unabhängig davon, ob es 38.000 Demonstranten waren, wie es Berliner Behörden mitteilen, oder Millionen, wie sie manch ein Redner wieder herbeiphantasierte. Letzteres ist natürlich irre, aber vielleicht dem Umstand geschuldet, dass viele niemals selbst einer Demonstration mit mehr als 100.000 Teilnehmern beigewohnt haben. Und für Nicht-Berliner: Bei hunderttausenden Demonstranten wäre die Verkehrsinfrastruktur der Hauptstadt vermutlich zusammengebrochen. Die ist längst nicht mehr in dem Zustand, dass sie einen solchen Zustrom einfach verkraften kann. Und dass man den amtlichen Berliner Zahlen nicht trauen kann, das hat die Polizei ja spätestens mit dem Demonstrationsverbot deutlich gemacht, als die offizielle Zahl der Demonstranten vom 1. August plötzlich von 20.000 auf 30.000 emporschnellte. Letztlich ist die genaue Zahl egal: Es ist in jedem Fall eine relevante Größe.

Falsche Ergebnisse bei PCR-Massentests von Personen ohne Symptomen – Studien

Die PCR-Tests wurden mit größerer Verfügbarkeit immer weiter ausgedehnt. Wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober es einmal ausgedrückt hat, möchte man in andere „Bevölkerungsschichten hineinschauen“. Mit den Gurgeltests von Kindern, soll das nun noch ausgeweitet werden. Das geschieht im blinden Vertrauen darauf, dass die Methode des PCR-Tests genau ist. Das ist allerdings wissenschaftlich nicht haltbar und wurde […]

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