Mut zur Debatte

http://www.rubikon.news – Karsten Montag – 03.09.2020

Wer seine Meinung über Corona nach allen Seiten offensiv vertritt, kann sich und sein Umfeld aus der Schockstarre befreien.

Die Frontlinie in der Auseinandersetzung um die Aufhebung der Corona-Maßnahmen verläuft nicht zwischen Rubikon-Autoren oder Lesern auf der einen und der Regierung sowie den Leitmedien auf der anderen Seite. Die Front verläuft in unseren Köpfen und im direkten sozialen Umfeld eines jeden von uns. Das kann jeder nachvollziehen, der beispielsweise seinen gesamten Freundes- und Bekanntenkreis dazu aufgefordert hat, an der Demonstration in Berlin am 29. August 2020 teilzunehmen. Es braucht Mut, sich mit seiner kritischen Haltung zu Corona zu outen und den zu erwartenden Shitstorm auszuhalten. Aber es befreit. Hilfreich sind dabei Sachlichkeit und ein Quentchen Hoffnung.

In der direkten Auseinandersetzung geht es nicht darum, das Gegenüber mit den eigenen Argumenten zu besiegen. Hier endet der martialische Vergleich. Es geht vielmehr darum, den vielen Menschen, die sich noch immer in einer irrationalen Schockstarre befinden, mit sachlichen Argumenten in beruhigendem Ton ihre instinktive Angst zu nehmen.

Diese Angst wurde durch furchterregende Bilder in den Leitmedien ausgelöst und von machthungrigen Politikern schamlos zur eigenen Machterweiterung ausgenutzt, indem sie sich als Beschützer in der Gefahr darstellten. Diese Menschen müssen in ihre Schranken gewiesen werden, keine Frage. Dafür gibt es das Demonstrationsrecht.

Zudem darf man Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation nicht dem Einfluss der Pharmaindustrie und der Superreichen wie beispielsweise einem Bill Gates überlassen. Auch hier gibt es im Nachgang der Auseinandersetzung dringenden Aufräumbedarf.

Irrationaler Angstzustand

Doch im Augenblick zählt nur, die Mitmenschen in der unmittelbaren persönlichen Umgebung davon zu überzeugen, dass die Gefahr gebannt ist, wir überlebt haben und jetzt wieder normal weiterleben können — ohne Notverordnungen, lokale Lockdowns, Maskenpflicht und Impfstoff.

Dazu bedarf es Mut, denn der Shitstorm, der einem mitunter entgegen bläst, kann sehr verletzend sein. Menschen, die sich in einem irrationalen Angstzustand befinden, schlagen nun einmal um sich.

Doch wenn man sachlich bleibt, nüchtern auf die Anfeindungen hinweist, ohne mit gleichen Mitteln dagegenzuhalten, dann kann man die Argumente der anderen entkräften. Vergleiche mit Schweden, die geringe Übersterblichkeit in Deutschland und die unlauteren Darstellungen von Infizierten und Toten des Robert Koch-Instituts können dabei sehr hilfreich sein.

Ich vergleiche gerne Schweden mit Großbritannien. In dem skandinavischen Land gab es keine Notstandsverordnungen, die Schulen wurden nicht geschlossen und es wurde keine Maskenpflicht eingeführt. Im Vereinigten Königreich hingegen wurden Ausgangsbeschränkungen verhängt und öffentliche Einrichtungen geschlossen. Trotzdem hatte die Insel auf der anderen Seite des Ärmelkanals eine deutlich höhere Übersterblichkeit zu verzeichnen als Schweden. Wo ist der Zusammenhang zwischen Lockdown und der Vermeidung von Corona-Toten?

Geradezu logisch erdrückend ist das Argument, dass die PCR-Tests nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen widerspiegeln, sondern immer nur einen kleinen Teilausschnitt — unabhängig von der Diskussion, ob sie valide Ergebnisse liefern oder nicht. Viele Infizierte erfahren nur milde oder gar keine Symptome, gehen nicht zum Arzt und werden folglich auch nicht getestet. Jegliche Darstellung, man hätte die Ausbreitung des Virus eingedämmt und könne diese nun anhand der Tests kontrollieren, entspringt damit dem Reich der Fiktion.

Ruhe und Souveränität

Noch wichtiger als das Argument ist für das Gespräch die persönliche Ausstrahlung.

Es geht darum, Ruhe zu bewahren, Drohungen zu vermeiden und Souveränität zu vermitteln. Wenn wir glaubhaft vermitteln können, und zwar auch mit unserer Körpersprache, dass die Gefahr gebannt ist, dann erlangen wir das Vertrauen unserer Mitmenschen eher, als wenn wir auf neue Gefahrenquellen hinweisen.

Sicherlich erinnern Notstandsverordnungen und die Einschränkung der Grundrechte an dunkle Seiten der deutschen Geschichte. Doch die Demonstration am 1. August in Berlin war bereits nach Angaben des Veranstalters Michael Ballweg eine der größten, die es jemals in unserem Land gegeben hat.

Ähnlich wie bereits die erste Großveranstaltung der Organisation Querdenken 711 in Berlin, an der laut Verfassungsschutz nur einzelne Angehörige aus dem rechtsextremen Spektrum teilgenommen haben, war auch die äußerst friedliche und noch einmal deutlich größere Demonstration am 29. August 2020 von einer überwältigenden Mehrheit aus der Mitte der Gesellschaft geprägt.

Die Demokratie in Deutschland ist noch lange nicht beerdigt, auch wenn die deutschen Leitmedien mit ihrer größtenteils skandalös einseitigen und verzerrenden Darstellung rechtsextremer Teilnehmer alles unternehmen, um die Bevölkerung davon abzuhalten, von ihren Abwehrrechten gegenüber staatlicher Willkür Gebrauch zu machen.

Eines kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung bereits berichten. Wer den Shitstorm aushält, der fühlt sich hinterher deutlich freier und weniger ohnmächtig. Mit diesem Akt habe ich nicht nur die Pandemie symbolisch für mich beendet, sondern auch sämtliche mentalen Auswirkungen der Maßnahmen auf mich zu Grabe getragen. Die Angstmacher und vermeintlichen Beschützer üben keine Macht mehr über mich aus. Sie machen mich nicht mehr mundtot.

Wir alle sind Multiplikatoren, und wir haben die Vernunft und die besseren Argumente auf unserer Seite. Wir alle können etwas verändern. Es ist unsere Aufgabe, der Spaltung der Gesellschaft durch Politik und Leitmedien entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Frieden wiederherzustellen.

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